In einer Stadt voller barocker Prachtbauten und historischer Kirchen fällt dieses Gotteshaus sofort auf – nicht wegen Prunk oder Gold, sondern wegen seiner Klarheit, Ruhe und modernen Gestaltung. Die Kirche Christus der Auferstandene im Bezirk Liebenau ist ein Ort, der dich nicht mit Größe beeindruckt, sondern mit Atmosphäre, Kunst und einer starken Verbindung zur Gemeinschaft. Sie ist ein Stück Graz, das du nur entdeckst, wenn du dich auch abseits der Altstadt bewegst – und genau das lohnt sich.
Hier, am südlichen Stadtrand, wo Wohnsiedlungen und Einkaufszentren das Stadtbild prägen, liegt dieses moderne Kirchenensemble, das in den 1970er-Jahren entstanden ist – als bewusster Kontrast zu traditionellen Sakralbauten. Wer sich für Architektur, zeitgenössische Kunst und das Zusammenspiel von Raum, Licht und Stille interessiert, wird hier fündig. Und wer einfach einen Ort zum Durchatmen sucht, ist hier ebenso willkommen.
Diese Kirche ist mehr als nur ein Bauwerk – sie ist ein spiritueller Treffpunkt, ein sozialer Raum und ein unterschätzter kultureller Ankerpunkt in Graz-Liebenau.
Die Kirche wurde von 1974 bis 1976 nach den Plänen der Architekten Wolfgang Kapfhammer und Johannes Wegan errichtet. Der Baustil folgt der Idee des „neuen Kirchbaus“ – also schlichte, funktionale Formen, die Offenheit und Begegnung fördern. Statt Kirchenschiff und abgetrenntem Altarraum erwartet dich ein großer, lichtdurchfluteter Raum mit halbrund angeordneten Sitzreihen rund um den Altar.
Besonders stimmungsvoll ist die Wirkung im Inneren: Das Zusammenspiel aus Sichtbeton, Holz, Glas und Tageslicht schafft eine konzentrierte, meditative Atmosphäre. Kunstwerke wie die Christusstatue von Josef Pillhofer, die Ikone von Wladimir Zagorodnikow oder die Loreto-Madonna aus dem Besitz des Joanneums setzen starke spirituelle Akzente.
Seit 1994 gehört auch ein 24 Meter hoher Glockenturm zur Anlage – ein markantes Zeichen im Stadtteil und akustischer Begleiter über die Dächer Liebenaus hinweg.
Diese Kirche ist kein klassisches Touristenziel – und genau das macht sie so interessant. Du entdeckst hier, wie der Glaube in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Raum fand, wie sich Architektur an veränderte spirituelle Bedürfnisse anpasste und wie ein schlichtes Gebäude zur Heimat einer lebendigen Gemeinde wurde.
Auch für Konzerte, kulturelle Abende und Ausstellungen wird die Kirche regelmäßig genutzt – ein Ort, der sich öffnet, ohne seine Tiefe zu verlieren.
Komm zu einem Orgelkonzert oder Gottesdienst und erlebe den klaren Klang der Anton-Lippe-Gedächtnisorgel. Das 1984 gebaute Instrument mit 25 Registern gehört zu den akustischen Highlights in Graz-Süd – ideal für Freunde klassischer Musik oder neugierige Entdecker:innen auf Klangsuche.
Adresse:
Anton-Lippe-Platz 1, 8041 Graz
Anreise:
Mit den Straßenbahnlinien 4 oder 13 bis „Liebenau/Murpark“, dann ca. 10 Minuten zu Fuß entlang der Ostbahnstraße und durch ruhige Wohnsiedlungen.
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