Wer Graz abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten erkunden möchte, sollte sich auf den Weg nach Hohenrain machen – einem Ortsteil im Bezirk Waltendorf, der noch viel von seinem ursprünglichen Charakter bewahrt hat. Zwischen sanften Hügeln, alten Bauernhäusern und dichten Wäldern erhebt sich dort ein Bauwerk, das auf den ersten Blick unscheinbar wirken mag – und doch tief berührt: die Rupertikirche von Hohenrain.
Diese kleine Kirche gehört zu den ältesten Sakralbauten in Graz und liegt fast versteckt am Rand des bebauten Gebietes. Kein Trubel, keine Touristenbusse – nur du, die Natur und die stille Präsenz eines Gotteshauses, das seit Jahrhunderten über das Grazer Feld blickt. Wenn du bereit bist, ein paar Minuten den Hügel hinaufzusteigen, wirst du mit einem Ort belohnt, der Ruhe schenkt, Geschichte atmet und wie gemacht ist für eine bewusste Pause beim Erkunden der Stadt.
Die Rupertikirche wurde bereits im 14. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Damit gehört sie zu den ältesten Kirchen im Raum Graz. Ursprünglich als Kapelle für die Landbevölkerung errichtet, wurde sie im 17. Jahrhundert barockisiert – wobei viele gotische Elemente erhalten blieben. Besonders bemerkenswert ist der markante Chorturm mit seinem Spitzdach, der das Gotteshaus schon von weitem sichtbar macht.
Im Inneren erwarten dich eine schlichte, fast meditative Raumwirkung und liebevoll restaurierte Details. Der barocke Hochaltar zeigt den heiligen Rupert, den Schutzpatron der Salzburger Kirche, dem die Kirche gewidmet ist. Rund um die Kirche befindet sich ein kleiner, gepflegter Friedhof, der dem Ort zusätzlich eine tiefe Ruhe verleiht.
Die Rupertikirche ist ein echter Kraftplatz. Sie verbindet auf einzigartige Weise die spirituelle Tiefe eines jahrhundertealten Sakralbaus mit der ländlich geprägten Atmosphäre des Bezirks Waltendorf. Hier kannst du nicht nur durchatmen, sondern auch ein Gefühl dafür bekommen, wie sehr Graz durch seine kleineren, historischen Strukturen geprägt ist.
Besonders eindrucksvoll ist die Lage der Kirche: erhöht über dem Bezirk, mit Blick auf das südöstliche Stadtgebiet und an klaren Tagen sogar bis zur Koralpe. Wer die Stadt gern in stillen Momenten begreift, ist hier genau richtig.
Die Kirche ist oft verschlossen, doch manchmal hast du Glück – besonders rund um kirchliche Feiertage. Dann lohnt sich ein Blick ins Innere besonders. Tipp: Kombiniere deinen Besuch mit einem Spaziergang durch die angrenzenden Waldwege oder einem Abstecher zur Neuen-Welt-Höhe, die ganz in der Nähe liegt.
Adresse:
Hohenrainstraße 160, 8010 Graz
Anreise:
Mit der Buslinie 60 bis zur Haltestelle „Hohenrain“, von dort führt ein Spazierweg bergauf zur Kirche (ca. 10 Minuten zu Fuß).
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