Wenn du in Graz nach einem Ort suchst, der Geschichte atmet und gleichzeitig Ruhe ausstrahlt, dann lohnt sich ein Abstecher in den Norden der Stadt, genauer gesagt in den Bezirk Andritz. Hier, am Fuß des Admonter Kogels, versteckt sich ein wahres architektonisches Juwel: das Schloss St. Gotthard.
Umgeben von alten Bäumen und sanften Hängen ist es kein imposantes Prunkschloss wie Schönbrunn oder Eggenberg – sondern vielmehr ein Ort, der gerade durch seine schlichte, bodenständige Eleganz begeistert. Genau hier zeigt sich, wie tief verwurzelt Geschichte in der steirischen Landschaft steckt – fast ein bisschen versteckt, aber voller Geschichten.
Schloss St. Gotthard ist ideal, wenn du Graz abseits der klassischen Sehenswürdigkeiten erkunden möchtest: für einen gemütlichen Spaziergang, ein stilles Fotomotiv oder einfach einen kurzen Moment Zeitreise. Und das Beste daran? Du bist nur wenige Minuten vom Stadtzentrum entfernt – und doch mitten im Grünen.
Die Wurzeln von Schloss St. Gotthard reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück. Damals war es ein Gutshof mit dem Namen „Weinzierl“. Im 14. Jahrhundert übernahm das Stift St. Lambrecht das Anwesen, das schließlich zwischen 1654 und 1659 nach Plänen des italienischen Baumeisters Domenico Sciassia zu einem Schloss mit Kapelle umgestaltet wurde.
Besonders geschichtsträchtig: 1673 stattete sogar Kaiser Leopold I. dem Anwesen einen Besuch ab. Das war nicht nur eine Ehre, sondern festigte auch die Bedeutung des Schlosses als Erholungsort für die Äbte des Benediktinerstifts.
Trotz der zahlreichen Umbauten – unter anderem wurde die Schlosskirche im 19. Jahrhundert abgetragen – ist der historische Charakter bis heute erhalten. Besonders charmant: die Bogengänge im Obergeschoss und eine Bauinschrift von 1660, die bis heute im Erdgeschoss sichtbar ist.
Die Atmosphäre rund ums Schloss ist ruhig und fast meditativ. Das Gelände ist nicht öffentlich zugänglich, lässt sich aber gut vom Wanderweg am Admonter Kogel aus betrachten – ein lohnenswerter Stopp auf einer kleinen Entdeckungstour durch den Norden von Graz.
Schloss St. Gotthard ist kein Museum mit Souvenirshop – es ist ein Ort, der auf stille Weise beeindruckt. Die Verbindung aus barocker Architektur, satter Natur und kultureller Geschichte macht es zu einem echten Geheimtipp für alle, die Graz tiefer entdecken möchten.
Der Kontrast zwischen der schlichten Schönheit des Gebäudes und dem wilden Grün des umliegenden Hangs verleiht dem Ort eine besondere Magie – besonders am frühen Morgen oder in der goldenen Abendstimmung.
Nicht weit vom Schloss findest du das St. Veiter Schlössl – ein weiteres, oft übersehenes Kleinod. Der charmante Renaissancebau mit italienischem Brunnen im Innenhof ist heute kultureller Treffpunkt mit Events, Ausstellungen und kleinen Konzerten. Kombiniere deinen Spaziergang unbedingt mit einem Besuch dort – am besten während einer der offenen Veranstaltungen.
Und für alle Naturfreunde: Eine kleine Wanderung über den Admonter Kogel lohnt sich. Von hier aus hast du nicht nur einen schönen Blick auf Andritz, sondern auch auf große Teile von Graz.
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